Montag, 2. Februar 2009

Budapest

Moin, Moin!
Der Februar hat begonnen und ich bin arg damit beschäftigt mich formell wie auch persönlich mich von meinem Aufenthalt hier zu verabschieden. Mit Genetics habe ich am 23.1. meinen letzten Kurs beendet. War alles andere als spannend und wir haben ziemlich mit der schlechten Organisation zu kämpfen gehabt. Obwohl wir regulär eingeschrieben waren, wollte man uns erst nicht teilnehmen lassen. Außerdem haben wir für eine Anerkennung in Deutschland versucht, hier ein Examen für die ERASMUS-Studenten einzurichten, was nicht für die normalen Studierenden vorgesehen ist. Eigentlich sollte das kein Problem sein, doch stellen sich hier sämtliche Verantwortliche stur, verweisen mich an andere Stellen oder antworten erst gar nicht auf meine Mails. Naja, im Endeffekt auch nicht so schlimm, weil somit meine Ferien ein paar Tage früher begannen als geplant. Jetzt geht es darum, sich alle anderen Kurse anerkennen zu lassen, Erfahrungsberichte zu schreiben und rauschende Abschiedsparties zu feiern. Formeller Kram halt :)
Vor zwei Wochen hat mich meine Familie hier besucht. Ich glaube, das war der erste gemeinsame Urlaub mit allen fünfen seit vielleicht zehn Jahren. Und es war wirklich schön. Mit Karlsbrücke & Co, Jazzclub und einem Eindruck von der generellen Schönheit Prags habe ich versucht ein bisschen zu zeigen, was das Semester für mich hier ausgemacht hat. Bilder dazu.
Vergangenes Wochenende waren wir dann mit 20 Leuten per Bus in Budapest, was mich sehr gefreut hat. So habe ich meine Kenntnisse vom Osten Europas noch ein wenig erweitert. Mit einer sehr guten Führung durch die Stadt hat uns der Herr Fremdenführer außerdem einen kleinen Eindruck von der politischen Lage Ungarns gegeben. Dort, wie hier in Prag sind die Auswirkungen der Planwirtschaft und des Kommunismus immer noch zu spüren. Jeder Angestellte arbeitet nur so viel und schnell wie er oder sie gerade Lust hat, weswegen Schlange stehen hüben wie drüben zum allgemeinen Volkssport wird. Wenn man z.B. im Prager Hauptbahnhof Informationen über Tickets haben möchte, muss man an einem Schalter den Preis, an einem anderen die Abfahrtszeiten erfragen. Und natürlich immer mindestens 15 Minuten Schlange stehen. Außerdem wird man als Tourist insbesondere in Budapest beschissen wo es nur irgend geht. Ziemlich nervig. Wie auch immer, die ungarische Hauptstadt war wirklich lohnenswert. Zwar war das Wetter für Fotos nicht das beste, und die Gebäude/Fassaden in Budapest nicht so herrlich renoviert wie in Prag, aber als gewiefter Fotograf geht man einfach des Nachts auf Jagd nach schön ausgeleuchteten Bauten. Und davon gab es auf jeden Fall einige. Neben Stadtführung und Erkundungstour auf eigene Faust haben wir am Samstag die vom Spazieren geschundenen Körper in einer noch von der türkischen Herrschaft bestehenden Therme/Spa regeneriert. Bei Temperaturen um die null Grad und leichtem Schnee haben wir draußen in bis zu 38 Grad warmem Wasser, mit Saunalandschaft und alter Bausubstanz diese Szene und Badekultur sehr genossen.
Budapest kommt wie gesagt einfach nicht an die Schönheit Prags heran. Ein weiterer erwähnenswerter Eindruck war, dass mehr Budapesen deutsch zu sprechen scheinen als die Prager - was vielleicht noch an der ehemaligen Habsburgischen Herrschaft liegt (wohl aber nicht erklärt, was die Tschechen so germanophob bzgl. der Sprache macht). Unter anderem bietet die dortige Semmelweis-Universität Kurse bis zum Physikum in Medizin und Veterinärmedizin auf deutsch an. Für diese muss man aber anständig Kohle lassen. Witziger Weise habe ich dann auf der Straße Mareike Lüschen, eine Oldenburgerin getroffen, die auf die selbe Schule gegangen ist wie ich und eben dort Tiermedizin studiert.
Zwischendrin sind wir mittlerweile zweimal boarden gewesen. Nichts im Vergleich zu Österreich. Die Pisten sind kürzer und nicht so geil, dafür aber fährt man für 20 Euro inclusive Skipass und Fahrtkosten für einen Tag in den Schnee. Nächste Woche ist ein weiterer Tag in den Bergen geplant und da ich Eure Gedult mit dem Lesen meiner zahlreichen Zeilen nicht überstrapazieren will, gibt es nächste Woche vom Boarden noch einen zusammenfassenden Eintrag. Bilder für Budapest.

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