Was für ein Wochenende! Zum Glück ist heute hier irgendein Feiertag, so dass wir zu Hause bleiben können, um ein bisschen die Eindrücke zu verarbeiten.
Am Freitag hatten wir wieder einen 24h Dienst, sind aber schon gegen 22:00 abgedampft, da Samstag für St. Lucia und Sonntag für ein Reservat reserviert war.
Gemeinsam mit Mike und einer Freundin von ihm sind wir Samstag morgen mit jeder Menge Bier im Kofferraum nach St. Lucia aufgebrochen, das ca. 3 Stunden Autofahrt von Durban entfernt liegt. Dort haben wir den Strand und einen angrenzenden Fluss angesteuert. Ein paar Locals haben uns einen Bereich empfohlen, bei dem wir dann auch gleich eine ganze Hippo-Familie angetroffen haben. Diese Flusspferde sind mit ziemlicher Vorsicht zu genießen, da sie im Jahr wesentlich mehr Menschen töten, als irgendein anderes Tier in Südafrika. Mit dieser Warnung haben wir uns dann auf ca. 30 Meter an die Tiere herangewagt, was die Viecher wohl schon nicht so super fanden, da sie vorher die ganze Zeit nur ruhig im Wasser lagen, und unruhiger wurden, je näher wir kamen. Gut für Fotos, schlecht für den Blutdruck. Aber sehr beeindruckend große Tiere.
Die Nacht über haben wir bei skurrilen Alt-68-Typen in einem Hostel verbracht, die von irgendwelchen Musikfestivals und LSD gefaselt haben, während sie schön ihr own-grown Gras schmökerten, und dass die Drogen immer krasser werden. Keine Ahnung was bei denen noch so neben THC und jeder Menge Alkohol in der Blutbahn schwamm.
Nachdem der Samstag wettertechnisch superschön war, haben wir Pech mit dem Sonntag gehabt. Es hat die meiste Zeit geregnet, was uns die Sicht im Auto manchmal völlig genommen hat. Einige Straßen waren durch Flussüberschwemmungen nicht mehr befahrbar, und bei unserer alten Schleuder habe ich auch manchmal Bedenken gehabt, ob sie es schafft, bei den Matschwegen und der Steigung, uns durch den Gamepark zu bringen. Aber sie hat diese erste große Bewährungsprobe wunderbar gemeistert.
Trotz des Wetters war dieser Tag der bislang vielleicht eindrucksvollste. Wir haben so unglaublich viele Tiere gesehen, vor allem im Gegensatz zu anderen Besuchern, mit denen wir uns unterhalten haben: Nashörner, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Elefanten, Büffel, Affen und antilopenartige Vierbeiner noch und nöcher. Und das aus direkter Nähe! Das einzige, was fehlte, waren die großen Katzen und kein einziges Krokodil hat sich blicken lassen. Aber der Tag war ein voller Erfolg und ich glaube fast nicht, dass wir noch mal so viel Glück haben. Als wir grad laut gedacht haben: Einen Elefanten haben wir aus nächster Nähe noch nicht gesehen, hat sich nach der nächsten Kurve direkt einer blicken lassen, der dann auch noch 200 Meter auf der Straße mit uns mitgelaufen ist.
Aber ich glaube mein Geschreibsel hier kann diese Eindrücke nicht annähernd so gut wiedergeben, wie die Bilder, die auch alles andere als an die Realität herankommen. Wenn ich demnächst eine schnellere Internetverbindung habe, werde ich wahrscheinlich noch ein paar Videos einstellen.
Montag, 22. März 2010
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