Moin, Moin!
Der Februar hat begonnen und ich bin arg damit beschäftigt mich formell wie auch persönlich mich von meinem Aufenthalt hier zu verabschieden. Mit Genetics habe ich am 23.1. meinen letzten Kurs beendet. War alles andere als spannend und wir haben ziemlich mit der schlechten Organisation zu kämpfen gehabt. Obwohl wir regulär eingeschrieben waren, wollte man uns erst nicht teilnehmen lassen. Außerdem haben wir für eine Anerkennung in Deutschland versucht, hier ein Examen für die ERASMUS-Studenten einzurichten, was nicht für die normalen Studierenden vorgesehen ist. Eigentlich sollte das kein Problem sein, doch stellen sich hier sämtliche Verantwortliche stur, verweisen mich an andere Stellen oder antworten erst gar nicht auf meine Mails. Naja, im Endeffekt auch nicht so schlimm, weil somit meine Ferien ein paar Tage früher begannen als geplant. Jetzt geht es darum, sich alle anderen Kurse anerkennen zu lassen, Erfahrungsberichte zu schreiben und rauschende Abschiedsparties zu feiern. Formeller Kram halt :)
Vor zwei Wochen hat mich meine Familie hier besucht. Ich glaube, das war der erste gemeinsame Urlaub mit allen fünfen seit vielleicht zehn Jahren. Und es war wirklich schön. Mit Karlsbrücke & Co, Jazzclub und einem Eindruck von der generellen Schönheit Prags habe ich versucht ein bisschen zu zeigen, was das Semester für mich hier ausgemacht hat. Bilder dazu.
Vergangenes Wochenende waren wir dann mit 20 Leuten per Bus in Budapest, was mich sehr gefreut hat. So habe ich meine Kenntnisse vom Osten Europas noch ein wenig erweitert. Mit einer sehr guten Führung durch die Stadt hat uns der Herr Fremdenführer außerdem einen kleinen Eindruck von der politischen Lage Ungarns gegeben. Dort, wie hier in Prag sind die Auswirkungen der Planwirtschaft und des Kommunismus immer noch zu spüren. Jeder Angestellte arbeitet nur so viel und schnell wie er oder sie gerade Lust hat, weswegen Schlange stehen hüben wie drüben zum allgemeinen Volkssport wird. Wenn man z.B. im Prager Hauptbahnhof Informationen über Tickets haben möchte, muss man an einem Schalter den Preis, an einem anderen die Abfahrtszeiten erfragen. Und natürlich immer mindestens 15 Minuten Schlange stehen. Außerdem wird man als Tourist insbesondere in Budapest beschissen wo es nur irgend geht. Ziemlich nervig. Wie auch immer, die ungarische Hauptstadt war wirklich lohnenswert. Zwar war das Wetter für Fotos nicht das beste, und die Gebäude/Fassaden in Budapest nicht so herrlich renoviert wie in Prag, aber als gewiefter Fotograf geht man einfach des Nachts auf Jagd nach schön ausgeleuchteten Bauten. Und davon gab es auf jeden Fall einige. Neben Stadtführung und Erkundungstour auf eigene Faust haben wir am Samstag die vom Spazieren geschundenen Körper in einer noch von der türkischen Herrschaft bestehenden Therme/Spa regeneriert. Bei Temperaturen um die null Grad und leichtem Schnee haben wir draußen in bis zu 38 Grad warmem Wasser, mit Saunalandschaft und alter Bausubstanz diese Szene und Badekultur sehr genossen.
Budapest kommt wie gesagt einfach nicht an die Schönheit Prags heran. Ein weiterer erwähnenswerter Eindruck war, dass mehr Budapesen deutsch zu sprechen scheinen als die Prager - was vielleicht noch an der ehemaligen Habsburgischen Herrschaft liegt (wohl aber nicht erklärt, was die Tschechen so germanophob bzgl. der Sprache macht). Unter anderem bietet die dortige Semmelweis-Universität Kurse bis zum Physikum in Medizin und Veterinärmedizin auf deutsch an. Für diese muss man aber anständig Kohle lassen. Witziger Weise habe ich dann auf der Straße Mareike Lüschen, eine Oldenburgerin getroffen, die auf die selbe Schule gegangen ist wie ich und eben dort Tiermedizin studiert.
Zwischendrin sind wir mittlerweile zweimal boarden gewesen. Nichts im Vergleich zu Österreich. Die Pisten sind kürzer und nicht so geil, dafür aber fährt man für 20 Euro inclusive Skipass und Fahrtkosten für einen Tag in den Schnee. Nächste Woche ist ein weiterer Tag in den Bergen geplant und da ich Eure Gedult mit dem Lesen meiner zahlreichen Zeilen nicht überstrapazieren will, gibt es nächste Woche vom Boarden noch einen zusammenfassenden Eintrag. Bilder für Budapest.
Montag, 2. Februar 2009
Mittwoch, 14. Januar 2009
Endspurt!
Hey, hey! Frohes Neues, an alle, denen ich das noch nicht persönlich wünschen konnte. Kommt zwar reichlich spät, aber da es bislang noch nichts aufregendes von hier zu berichten gab, bzw. ich zu beschäftigt war, gebe ich diesen Wunsch auch noch Mitte Januar zum Besten!
Hier hat sich aber mit der Zeit wieder einiges an berichtenswertem Stoff zusammengesammelt, den ich Euch nicht vorenthalten will. Meine Zeit in Deutschland habe ich ausgiebigst mit der Familie, Freunden, Sport und Musik machen verbracht, und es war eigentlich viel zu kurz um diese Dinge nach- und sich ein bisschen zu erholen. Am zweiten Weihnachtstag war ich mit meinen Eltern in Würzburg (Bilder), da meine Schwester dort den ersten Teil Bachs Weihnachtsoratoriums gespielt hat. Silvester hat Annika in Münster für mich gerettet, und wir waren u.a. auf der Party von Stefan (langjähriger Klassenkamerad), den ich schon ungf. seit Menschengedenken nicht mehr gesehen habe. Am dritten ging es dann für mich wieder zurück nach Prag und am fünften startete die Uni mit Orthopädie. Unser Prof. ist ein ziemlich skuriler aber witziger Typ von der alten Schule, der aussieht wie ein Fleischer (wer Diablo früher gespielt hat, dem sei gesagt, dass dieser Mensch in Sprache wie Erscheinung dem sog. "Butcher" Portrait stand). Ich hoffe ich bekomme ihn für Euch noch in seiner vollen Schönheit unbemerkt vor die Linse.
Am Wochenende war ich mit Maria für einen Kurztripp in Dresden. Das letzte Mal bin ich dort mit fünf Jahren oder so gewesen, und kann mich daher an nichts erinnern. Bei schönstem Sonnenschein aber klirrenster Kälte haben wir uns Dresdens Innenstadt angeschaut. Maria war zwar von der Stadt sehr, von den Temperaturen überhaupt nicht begeistert. Wundert mich auch nicht, wenn der Winter in ihrem Teil Spaniens nur mit kuscheligen 5°C aufwarten kann. Trotzdem hatten wir ein wunderbares gemeinsames Wochenende und der Zufall wollte es, dass der zweite Teil des Weihnachtsoratoriums aufgeführt wurde, was ich mir und ihr natürlich nicht entgehen ließ, und ihr das praktischer Weise zum Geburtstagsgeschenk machte.
Dummer Weise stand dann heute mein verschobenes Derma-Examen an, für das ich knappe 2 Tage zum lernen hatte. Hat halt nicht gereicht, und ich bin durchgerauscht - allerdings war ich nicht der einzige. Das Examen scheint für manch einen ERASMUS-Studenten nicht machbar zu sein.
Welche Konsequenz zieht man daraus?
Ich habe sofort meiner Koordinatorin in Deutschland eine Mail geschrieben und gefragt, ob ich das Examen auch dort mitschreiben könnte. Der gute Weg des geringsten Widerstandes. Vor allem aber, weil ich nicht einsehe, diesen drögen Stoff noch einmal zu inhalieren, und selbst dann, bei intensiverem Auseinandersetzen mit der Materie noch nicht einmal die Gewissheit zu haben, ob es reichen wird, da es echt nicht ganz ohne ist. Der Ausflug mit ihr war es allemal wert.
Gleich geht es mit Michael an die Planung diverser Ski- und Snowboardausflüge. Dank der anhaltenden Kälte geht hier in der Umgebung bestimmt so einiges. Und dann bleibt wohl kaum mehr Zeit für Wien oder Budapest. Meine Kurse laufen noch bis einschließlich nächste Woche, anschließend eine Woche Urlaub vom Urlaubssemester mit boarden, und dann noch eine Woche Prag. Dann ist es das schon gewesen mit dem Lotterleben hier, was ich aber in vollsten Zügen genossen habe, und wenn ich an die verbleibende Zeit in Gießen denke, ich jenes jetzt schon zurücksehne.
Hier gibts noch ein paar Bilder aus Dresden
Hier hat sich aber mit der Zeit wieder einiges an berichtenswertem Stoff zusammengesammelt, den ich Euch nicht vorenthalten will. Meine Zeit in Deutschland habe ich ausgiebigst mit der Familie, Freunden, Sport und Musik machen verbracht, und es war eigentlich viel zu kurz um diese Dinge nach- und sich ein bisschen zu erholen. Am zweiten Weihnachtstag war ich mit meinen Eltern in Würzburg (Bilder), da meine Schwester dort den ersten Teil Bachs Weihnachtsoratoriums gespielt hat. Silvester hat Annika in Münster für mich gerettet, und wir waren u.a. auf der Party von Stefan (langjähriger Klassenkamerad), den ich schon ungf. seit Menschengedenken nicht mehr gesehen habe. Am dritten ging es dann für mich wieder zurück nach Prag und am fünften startete die Uni mit Orthopädie. Unser Prof. ist ein ziemlich skuriler aber witziger Typ von der alten Schule, der aussieht wie ein Fleischer (wer Diablo früher gespielt hat, dem sei gesagt, dass dieser Mensch in Sprache wie Erscheinung dem sog. "Butcher" Portrait stand). Ich hoffe ich bekomme ihn für Euch noch in seiner vollen Schönheit unbemerkt vor die Linse.
Am Wochenende war ich mit Maria für einen Kurztripp in Dresden. Das letzte Mal bin ich dort mit fünf Jahren oder so gewesen, und kann mich daher an nichts erinnern. Bei schönstem Sonnenschein aber klirrenster Kälte haben wir uns Dresdens Innenstadt angeschaut. Maria war zwar von der Stadt sehr, von den Temperaturen überhaupt nicht begeistert. Wundert mich auch nicht, wenn der Winter in ihrem Teil Spaniens nur mit kuscheligen 5°C aufwarten kann. Trotzdem hatten wir ein wunderbares gemeinsames Wochenende und der Zufall wollte es, dass der zweite Teil des Weihnachtsoratoriums aufgeführt wurde, was ich mir und ihr natürlich nicht entgehen ließ, und ihr das praktischer Weise zum Geburtstagsgeschenk machte.
Dummer Weise stand dann heute mein verschobenes Derma-Examen an, für das ich knappe 2 Tage zum lernen hatte. Hat halt nicht gereicht, und ich bin durchgerauscht - allerdings war ich nicht der einzige. Das Examen scheint für manch einen ERASMUS-Studenten nicht machbar zu sein.
Welche Konsequenz zieht man daraus?
Ich habe sofort meiner Koordinatorin in Deutschland eine Mail geschrieben und gefragt, ob ich das Examen auch dort mitschreiben könnte. Der gute Weg des geringsten Widerstandes. Vor allem aber, weil ich nicht einsehe, diesen drögen Stoff noch einmal zu inhalieren, und selbst dann, bei intensiverem Auseinandersetzen mit der Materie noch nicht einmal die Gewissheit zu haben, ob es reichen wird, da es echt nicht ganz ohne ist. Der Ausflug mit ihr war es allemal wert.
Gleich geht es mit Michael an die Planung diverser Ski- und Snowboardausflüge. Dank der anhaltenden Kälte geht hier in der Umgebung bestimmt so einiges. Und dann bleibt wohl kaum mehr Zeit für Wien oder Budapest. Meine Kurse laufen noch bis einschließlich nächste Woche, anschließend eine Woche Urlaub vom Urlaubssemester mit boarden, und dann noch eine Woche Prag. Dann ist es das schon gewesen mit dem Lotterleben hier, was ich aber in vollsten Zügen genossen habe, und wenn ich an die verbleibende Zeit in Gießen denke, ich jenes jetzt schon zurücksehne.
Hier gibts noch ein paar Bilder aus Dresden
Dienstag, 16. Dezember 2008
Weihnachten, Weihnachten!
So, der wahrscheinlich letzte Eintrag in diesem Jahr aus der Stadt der Städte, gleich nach Oldenburg, versteht sich. In der letzten Zeit ist hier ziemich Ruhe eingekehrt. Vorerst keine Reisen mehr in andere Städte, man ist ein bisschen müde und erschöpft. Und ich sehne mich doch, auch wenn ich die Zeit hier zu 120% genieße, nach Oldenburg zurück. Am Montag steht meine 8 stündige Zugrückfahrt gen Heimat an. Zuvor wären noch 2 Testate zu bewerkstelligen; Dermatologie und Gerichtsmedizin. Ersteres habe ich für mich gerade geskippt und auf post-Weihnachtsferien verschoben. Einerseits bin ich ausgebrannt, und will die letzte Woche noch ein bisschen befeiern, andererseits ist es stinklangweilig und das Testat soll wohl auch ein bisschen anspruchsvoller sein. Aufgeschoben ist aufgehoben, oder? Zumindest für dieses Jahr. Zur Gewissensbereinigung hat Micha mich an die Worte des hiesigen Dekans erinnert: "Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt, und studieren sie nicht nur, sondern genießen Sie die Zeit hier." An derlei Empfehlungen halte ich mich gerne. Gerichtsmedizin reicht aus. Und ist auch interessanter. Zwei Selbstmorde, ein Sprung aus großer Höhe und einer per Feuerwaffe. Auf jeden Fall spannender als Neurodermitis. Außerdem habe ich vergangene Woche mein Uroexamen ziemlich gut gemeistert. Also locker machen!
Partytechnisch ging in der letzten Zeit nicht gar so viel. Ein erwähnenswerter Event war eine von Spaniern vorgezogene Silversterparty am 13.12. da die meisten über Silvester nicht gemeinsam in Prag sein werden. Wenn man in Spananien Silvester feiert wird man mit einem komischen Brauchtum konfrontiert: Um 0 Uhr muss man mit jedem Glockenschlag einer Uhr eine Weintraube verzehren. Und eben dies wurde von ca. 40 ERASMUSlern auf einem der größten Touriplätze hier in Prag zelebriert und von mir per Videodokumentation festgehalten.
Das war ein Teil der Truppe, mit dem wird "Silvester" gefeiert haben.
Ansonsten habe ich mich ein bisschen mit dem Kulturprogramm hier auseinandergesetzt, und ein paar Opern und weitere günstige Konzertsäle ausgemacht. Im sogenannten Rudolfinum, ein unglaublicher Saal mit einer Orgel die etwa die ausmaße unserer Hausfasade hat, kann man als Student für 2 Euro regelmäßige Konzerte von bester Qualität besuchen. Das Orchester wird immerhin von der tschechischen Philharmonie gestellt.
Die Opern kann man hier bei einem Eintrittspreis von 8 Euro aufwärts besuchen. Wahnsinn.
So, das war es wahrscheinlich erstmal von der prager Front, nächstes Jahr gehts hoffentlich mit ein paar Reisen (Wien, Budapest, Snowboarden?) weiter. Dann stehen noch mindestens Orthopädie und Genetik an, evtl. kommt noch Gynäkologie dazu - das hängt aber von der hiesigen Organisation ab. Den fleißigen Lesern dieser Seite (gibt es die?) wünsche ich auf jeden Fall schöne Weihnachten und falls man sich nicht mehr sieht/spricht ein feuchtfröhliches Fest ins neue Jahr.
Partytechnisch ging in der letzten Zeit nicht gar so viel. Ein erwähnenswerter Event war eine von Spaniern vorgezogene Silversterparty am 13.12. da die meisten über Silvester nicht gemeinsam in Prag sein werden. Wenn man in Spananien Silvester feiert wird man mit einem komischen Brauchtum konfrontiert: Um 0 Uhr muss man mit jedem Glockenschlag einer Uhr eine Weintraube verzehren. Und eben dies wurde von ca. 40 ERASMUSlern auf einem der größten Touriplätze hier in Prag zelebriert und von mir per Videodokumentation festgehalten.
Das war ein Teil der Truppe, mit dem wird "Silvester" gefeiert haben.
Ansonsten habe ich mich ein bisschen mit dem Kulturprogramm hier auseinandergesetzt, und ein paar Opern und weitere günstige Konzertsäle ausgemacht. Im sogenannten Rudolfinum, ein unglaublicher Saal mit einer Orgel die etwa die ausmaße unserer Hausfasade hat, kann man als Student für 2 Euro regelmäßige Konzerte von bester Qualität besuchen. Das Orchester wird immerhin von der tschechischen Philharmonie gestellt.
Die Opern kann man hier bei einem Eintrittspreis von 8 Euro aufwärts besuchen. Wahnsinn.
So, das war es wahrscheinlich erstmal von der prager Front, nächstes Jahr gehts hoffentlich mit ein paar Reisen (Wien, Budapest, Snowboarden?) weiter. Dann stehen noch mindestens Orthopädie und Genetik an, evtl. kommt noch Gynäkologie dazu - das hängt aber von der hiesigen Organisation ab. Den fleißigen Lesern dieser Seite (gibt es die?) wünsche ich auf jeden Fall schöne Weihnachten und falls man sich nicht mehr sieht/spricht ein feuchtfröhliches Fest ins neue Jahr.
Freitag, 5. Dezember 2008
Krakau
Wochenende! Und somit Zeit für einen Blogeintrag, insbesondere zum vergangenen Wochenende, das ich mit 16 weiteren ERASMUS-Studenten in Krakau verbracht habe. War eine sehr schöne und eindrucksvolle Zeit. Am Donnerstag Abend sind wir per Nachtzug in 8 Stunden nach Polen gefahren, und kamen also völlig verpennt und übernächtigt um sieben morgens in Krakau an. Dafür hatten wir aber bei zwei Übernachtungen im Hostel einen kompletten Tag mehr zur Verfügung.
Am Freitag haben wir uns Krakaus Innenstadt angeschaut. Da ich von Kommilitonen gehört hatte, dass Krakau ein bisschen wie Prag in klein sei, ging ich mit entsprechenden Vorstellungen dorthin - und wurde anständig enttäuscht. Nur ein kleiner Teil der immerhin Millionenstadt ist wirklich sehenswert. Sobald man aber den kleinen Altstadtkern verlässt, wirds östlich-plattig. Das etwas außerhalb gelegene Schloss war nett anzuschauen - die Polen sind immer noch stolz wie Oskar auf ihren Papst Paule, dem zu Ehren sie mehr oder weniger ein halbes Museumsstockwerk als Johannes-Schrein eingerichtet haben. Man konnte dort spannende Dinge, wie zum Beispiel seine Indoor-wohlfühl-Schlappen, einen Becher aus dem er mal getrunken haben soll und noch vieles mehr besichtigen. Sehr sehenswert... Abends war dann kochen angesagt. Für 17 Leute ist das schon eine ziemlicher Herausforderung, die allerdings bravourös gelöst wurde. Da am nächsten Tag der Besuch im KZ Auschwitz/Birkenau anstand, ging es früh ins Bett.
Auschwitz war, hmm, eindrücklich-erschütternd. Gelesen hat man ja durchaus eine ganze Menge darüber und wurde in der Schule hypersensibilisiert; aber diese perfektionierte Tötungsfabrik hautnah zu erleben überstieg meine Vorstellungskraft. Dass der Mensch nur noch als Materie anzusehen war, die es kostengünstig und rasch zu töten und zu verbrennen galt, schnürte mir die Kehle zu. Ich kann jedem nur empfehlen Auschwitz einmal direkt zu erleben.
Dies galt es auf jeden Fall zu verarbeiten, und entsprechend kurz fiel dann auch das Abendprogramm aus.
Am nächsten Tag ging es um zwei bereits zurück nach Prag, nachdem wir noch ein paar weitere Ecken der Altstadt erkundeten und die vielleicht dickste heiße Schokolade der Welt getrunken haben.
Es war auf jeden Fall ein wieder rundum gelungenes Wochenende.
Dies Wochenende verläuft wahrscheinlich eher ruhig. Heute Abend geht es endlich mal wieder in eine Jazz-Blues-Kneipe, ansonsten steht noch nichts an. Außer vielleicht ein bisschen lernen für meine Urologieprüfung, die ich am Mittwoch habe. Die zurückliegenden zwei Wochen Uro waren durchwachsen bis schlecht. Einziger Lichtblick war eine radikale Prostatektomie. Eine sehr ambitionierte Kommilitonen, die meist nur durch dämliche Fragen aufgefallen ist, assistierte bei der OP, verließ dann plötzlich im Rückwärtsgang den OP-Tisch und kollabierte mir in die Arme. Daraufhin durfte ich weiter assistieren, mir wurde eine ganze Menge erklärt und am Ende habe ich dann den Pansen zugenäht. Ansonsten war die Veranstaltung leider äußerst dürftig - eigentlich schade, denn Uro ist, abgesehen von zu vielen männlichen Genitalien, irgendwie ein nettes kleines Fach, das sowohl konservative wie auch chirurgische Arbeit, und damit Abwechslung bietet.
Nächste Woche geht es dann hier mit zwei Wochen Dermatologie los und dann bin ich am 22sten schon wieder in good old Oldenburg!
Weitere Bilder vom Wochenende
Am Freitag haben wir uns Krakaus Innenstadt angeschaut. Da ich von Kommilitonen gehört hatte, dass Krakau ein bisschen wie Prag in klein sei, ging ich mit entsprechenden Vorstellungen dorthin - und wurde anständig enttäuscht. Nur ein kleiner Teil der immerhin Millionenstadt ist wirklich sehenswert. Sobald man aber den kleinen Altstadtkern verlässt, wirds östlich-plattig. Das etwas außerhalb gelegene Schloss war nett anzuschauen - die Polen sind immer noch stolz wie Oskar auf ihren Papst Paule, dem zu Ehren sie mehr oder weniger ein halbes Museumsstockwerk als Johannes-Schrein eingerichtet haben. Man konnte dort spannende Dinge, wie zum Beispiel seine Indoor-wohlfühl-Schlappen, einen Becher aus dem er mal getrunken haben soll und noch vieles mehr besichtigen. Sehr sehenswert... Abends war dann kochen angesagt. Für 17 Leute ist das schon eine ziemlicher Herausforderung, die allerdings bravourös gelöst wurde. Da am nächsten Tag der Besuch im KZ Auschwitz/Birkenau anstand, ging es früh ins Bett.
Auschwitz war, hmm, eindrücklich-erschütternd. Gelesen hat man ja durchaus eine ganze Menge darüber und wurde in der Schule hypersensibilisiert; aber diese perfektionierte Tötungsfabrik hautnah zu erleben überstieg meine Vorstellungskraft. Dass der Mensch nur noch als Materie anzusehen war, die es kostengünstig und rasch zu töten und zu verbrennen galt, schnürte mir die Kehle zu. Ich kann jedem nur empfehlen Auschwitz einmal direkt zu erleben.
Dies galt es auf jeden Fall zu verarbeiten, und entsprechend kurz fiel dann auch das Abendprogramm aus.
Am nächsten Tag ging es um zwei bereits zurück nach Prag, nachdem wir noch ein paar weitere Ecken der Altstadt erkundeten und die vielleicht dickste heiße Schokolade der Welt getrunken haben.
Es war auf jeden Fall ein wieder rundum gelungenes Wochenende.
Dies Wochenende verläuft wahrscheinlich eher ruhig. Heute Abend geht es endlich mal wieder in eine Jazz-Blues-Kneipe, ansonsten steht noch nichts an. Außer vielleicht ein bisschen lernen für meine Urologieprüfung, die ich am Mittwoch habe. Die zurückliegenden zwei Wochen Uro waren durchwachsen bis schlecht. Einziger Lichtblick war eine radikale Prostatektomie. Eine sehr ambitionierte Kommilitonen, die meist nur durch dämliche Fragen aufgefallen ist, assistierte bei der OP, verließ dann plötzlich im Rückwärtsgang den OP-Tisch und kollabierte mir in die Arme. Daraufhin durfte ich weiter assistieren, mir wurde eine ganze Menge erklärt und am Ende habe ich dann den Pansen zugenäht. Ansonsten war die Veranstaltung leider äußerst dürftig - eigentlich schade, denn Uro ist, abgesehen von zu vielen männlichen Genitalien, irgendwie ein nettes kleines Fach, das sowohl konservative wie auch chirurgische Arbeit, und damit Abwechslung bietet.
Nächste Woche geht es dann hier mit zwei Wochen Dermatologie los und dann bin ich am 22sten schon wieder in good old Oldenburg!
Weitere Bilder vom Wochenende
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