Schließlich habe ich es doch geschafft, mir ein bisschen die Schweiz anzuschauen. Und ich musste mit der Zeit feststellen, dass dieses den Bayern bzw. Badenwürttembergern so nahe Land wirklich mit einigem an Lebensqualität aufwartet.
Alpen in der Ferne, hügelige und saftig Grüne Landschaften, unglaublich klare Flüsse und Seen - allen voran der Bodensee. Es ist wirklich ein sehr schönes Umland, an das man sich problemlos gewöhnen kann - wenn man nicht grad sein Fahrrad als Fortbewegungsmittel nutzt. Zum Sportmachen sind die Berge sicherlich geeignet, aber wenn ich mich mit meinem Drahtesel die Hügel hier hochquälen muss, bin ich schon ziemlich am Fluchen.
Aber schön ists schon :)
Und die Schweiz ist extrem klein. Mit dem Auto lässt sie sich wirklich problemlos erkunden.
Ich war mit ein paar Leuten am Bodensee grillieren und mit meinen Mitbewohnerinnen hier in Luzern, wo leider das Wetter ziemlich schlecht war.
Heute habe ich mich mit Jojo, einem Kommilitonen aus Gießen, der in Bern PJ macht, in Zürich getroffen. Zürich soll wohl die lebenswerteste Stadt Europas sein - wahrscheinlich ist sie das auch, nach Prag versteht sich :) aber sie ist dafür wahrscheinlich auch die teuerste.
Neben einem ausgedehnten Stadtrundgang haben wir uns noch ein Medizinhistorisches Museum angeschaut. Es ist wirklich eine wunderschöne Stadt, mit vielen kleinen Gassen und teils recht imposanten Gebäuden. Allerdings wirkt es auf mich auch ein bisschen steril.
Abgesehen von der Reiserei geht es mir ganz gut. Zwar leide ich unter chronischem Schlafmangel hier, aber insgesamt ist es ein ganz gutes Tertial. Immer noch viel Arbeit und jetzt wahrscheinlich noch mehr, da zwei von vier PJlern nun fertig sind, und daher mehr oder weniger die doppelte Arbeit für uns ansteht, aber in zwei Wochen kommt schon wieder Verstärkung.
So richtig warm werde ich mit den Schweizern hier noch nicht, auch nicht mit meinen Kollegen. Um so dankbarer bin ich für die Leute hier aus dem Wohnheim, die ein echter Glücksfall sind, sowie mein Spanischtandem Carmen, die mich noch nach der Arbeit zum Spanisch lernen und zum Lachen bringt. Allerdings würde ich auch gerne mal wieder nach Hause fahren - es ist doch schon eine Weile her, dass Oldenburg mich zu Gesicht bekommen hat.
Hier gibts Fotos von
- Luzern und Bodensee
- Zürich
Sonntag, 18. Juli 2010
Samstag, 10. Juli 2010
laaaaaangweilig!
Ich sollte mal wieder was schreiben, mh?
Leider ist die Schweiz nur viel langweiliger als Südafrika. Keine Elefanten und so. Und viel mehr Arbeit. Und das, obwohl das Wetter sooooo geil ist hier. Nur Sonne in den letzten 2 Wochen, und ich komme hier nicht raus. Heute muss ich schon wieder Dienst schieben, den ich einem Kollegen abnehmen sollte. Aber es ist irgendwie ok. Vor allem mit den Leuten aus dem Wohnheim hier verstehe ich mich ganz gut. Hätte ich garnicht gedacht, wo doch wirklich ziemlich viele Vollpfosten Medizin studieren...
St. Gallen habe ich auch noch nicht richtig kennen gelernt. Vielleicht geht da ein bisschen mehr, wenn mich nächste Woche meine Family besuchen kommt, und ich entsprechend vielleicht ein bisschen eher von der Arbeit weg darf.
Man arbeitet hier sicherlich mehr als in Deutschland als PJler. Aber hin und wieder gibt es dann auch ein kleines Schmankerl, je nachdem mit wem man so operiert oder zusammenarbeitet. Ein bisschen Nähen hier, ein paar Rücken- und Gelenksinfiltrationen da, und mein praktischer Wissensdurst wird einigermaßen befriedigt.
Neben Krankenhausalltag habe ich mir hier ein Spanischtandem gesucht, um meine praktischen Sprachkenntnisse zu entwickeln. Das ist auch ganz gut, wenn man den ganzen Medizinmist mal hinter sich lassen kann, und was ganz anderes macht. Sie kommt aus Cordoba und wohnt hier bei ihrem Freund und lernt gleichzeitig Englisch in einer Sprachschule hier. Ich soll im Gegenzug dafür, dass sie ein bisschen Spanisch mit mir spricht, mit ihr Englisch reden, was sie nur viel besser kann, als ich Spanisch. Von daher muss ich vor allem mich ein bisschen mehr dazu zwingen den schwierigeren Weg über ihre Sprache zu nehmen. Aber ich glaube, dass das ganz gut klappen wird.
Und das war es eigentlich auch schon wieder :( ich habe noch nicht mal wirklich Bilder machen können. Aber das hole ich noch nach und stelle die die Tage mal ein!
Leider ist die Schweiz nur viel langweiliger als Südafrika. Keine Elefanten und so. Und viel mehr Arbeit. Und das, obwohl das Wetter sooooo geil ist hier. Nur Sonne in den letzten 2 Wochen, und ich komme hier nicht raus. Heute muss ich schon wieder Dienst schieben, den ich einem Kollegen abnehmen sollte. Aber es ist irgendwie ok. Vor allem mit den Leuten aus dem Wohnheim hier verstehe ich mich ganz gut. Hätte ich garnicht gedacht, wo doch wirklich ziemlich viele Vollpfosten Medizin studieren...
St. Gallen habe ich auch noch nicht richtig kennen gelernt. Vielleicht geht da ein bisschen mehr, wenn mich nächste Woche meine Family besuchen kommt, und ich entsprechend vielleicht ein bisschen eher von der Arbeit weg darf.
Man arbeitet hier sicherlich mehr als in Deutschland als PJler. Aber hin und wieder gibt es dann auch ein kleines Schmankerl, je nachdem mit wem man so operiert oder zusammenarbeitet. Ein bisschen Nähen hier, ein paar Rücken- und Gelenksinfiltrationen da, und mein praktischer Wissensdurst wird einigermaßen befriedigt.
Neben Krankenhausalltag habe ich mir hier ein Spanischtandem gesucht, um meine praktischen Sprachkenntnisse zu entwickeln. Das ist auch ganz gut, wenn man den ganzen Medizinmist mal hinter sich lassen kann, und was ganz anderes macht. Sie kommt aus Cordoba und wohnt hier bei ihrem Freund und lernt gleichzeitig Englisch in einer Sprachschule hier. Ich soll im Gegenzug dafür, dass sie ein bisschen Spanisch mit mir spricht, mit ihr Englisch reden, was sie nur viel besser kann, als ich Spanisch. Von daher muss ich vor allem mich ein bisschen mehr dazu zwingen den schwierigeren Weg über ihre Sprache zu nehmen. Aber ich glaube, dass das ganz gut klappen wird.
Und das war es eigentlich auch schon wieder :( ich habe noch nicht mal wirklich Bilder machen können. Aber das hole ich noch nach und stelle die die Tage mal ein!
Samstag, 26. Juni 2010
Hopp Schwiiz!
So. Wochenende. Durchatmen und Wetter genießen. Und Kontakte pflegen = Telefonieren, Mails und Blog schreiben. Is schon irgendwie anstrengend, viel unterwegs zu sein. Heute hier, morgen dort. Was für ein kack-Lied, aber so bin ich grad unterwegs. Auch spannend, aber auch ein bisschen zehrend. Und man ist leider viel zu wenig mit den Homies in Kontakt, was mich schon ein bisschen nervt.
Aber es ist auch eine schöne Erfahrung. Man lernt viele nette Leute kennen, die sich dann nur leider auch meist wieder verlieren. Aber man kommt ein bisschen in der Welt herum, auch wenn Schweiz sicher nicht annähernd so kulturell schockierend ist, wie Südafrika. Obwohl es auch hier ein bisschen irritierend ist, da man die Schweiz quasi für ein eingemeindetes Bundesland hält, sich aber vieles anders verhält als in Dütschland.
Sprachlich habe ich auf jeden Fall einige Probleme, den Schweizer zu verstehen. Zwar können alle Hochdeutsch sprechen und sie schreiben auch wie wir, aber das Schwizerdütsch ist wirklich schwer zu verstehen. Außerdem gibt es teils andere Vokabeln hier. Fahrrad heißt Velo, Motorad heißt Töff und man sagt den lieben langen Tag Grüzi, was bei meiner Betonung immer noch nach Grütze klingt. Ebenso ist Merci für danke in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, was mir aber noch garnicht über die Lippen kommen möchte.
Aber bislang habe ich von den Einheimischen ein ganz positives Bild. Alle sind hier wirklich freundlich und hilfsbereit. Sogar die Ämter öffnen einem nochmal die Türen, wenn man 5 Minuten nach der Öffungszeit etwas braucht und sind freundlich dabei.
Im Krankenhaus ist es auch ganz ok. Abgesehen von den Arbeitszeiten. Ich starte um 7.10 Uhr und komme regelmäßig zwischen 18 und 19 uhr erst aus dem Krankenhaus raus. Da werden die 500 Euro, die man hier bekommt eher zu einer Aufwandsentschädigung degradiert. Von Gehalt kann man da echt nicht sprechen. Und das bei diesen wirklich horrenden Schweizer Preisen...
Aber auch im Krankenhaus sind die meisten Ärzte ganz ok. Alles wird bis auf den Chef gedutzt. Einmal die Woche haben wir hier Fortbildung. Wir sind im Augenblick 4 Pjler (=Unterassistenten=UHUs, was wiederum für Unterhund stehen soll; da weiß man über die Hirachie bescheid) was nicht so viel ist, daher auch die viele Arbeit hier. Zu viert müssen wir komplett die Zweitassistenz im OP abdecken. Das heißt, dass wir jeden vierten Tag unter der Woche, sowie jedes vierte Wochenende uns nicht weiter als 20 Minuten vom Krankenhaus (=Spital) entfernen dürfen, um im OP-Fall rechtzeitig am Start sein zu können. Und das schränkt schon ziemlich ein. Aber wie gesagt, die Kollegen sind ganz nett.
In der Schweiz scheint auch mehr und mehr ein Ärztemangel zu herrschen. Die Assistenten sind hier viel am Rotieren, und kommen manchmal erst um 21 Uhr aus der Klinik. Der Grund scheint wohl der, dass man als Arzt in der Schweiz proportional verglichen mit Deutschland wesentlich weniger als andere Berufsgruppen verdient. Ich hab schon nach der ersten Woche von einem sehr netten Oberarzt, der ab August Chef in einem anderen Spital wird, ein Jobangebot bekommen, was mir natürlich sehr schmeichelt, aber aus eben genanntem Gesichtspunkt sich wieder ein bisschen relativiert.
Die Leute, die ich hier im Wohnheim bislang kennengelernt habe, sind ganz ok. Gestern waren wir gemeinsam am Bodensee zum Grillen (=Grillieren). Auch sehr fett. In der einen Richtung ein riesiger See und in die andere schneebedeckte Alpen. Lebensqualität ist hier auf jeden Fall gegeben, nur hatte ich bislang noch nicht wirklich Zeit diese auch auszukosten. Nächstes Wochenende fliege ich erstmal nach Spanien um Adela ein bisschen vom Examenslernen abzulenken. Auch sehr praktisch, von Memmingen aus geht es direkt nach Spanien, für Ryanair-Preise. Da ist der Flughafen noch näher dran als Gießen an Frankfurt-Hahn liegt. Vielleicht sollte ich mal mit dem Meilen sammeln beginnen.
Insgesamt gehts mir hier so ganz gut, aber es ist schon ein gutes Stück langweiliger als Südafrika.
Aber es ist auch eine schöne Erfahrung. Man lernt viele nette Leute kennen, die sich dann nur leider auch meist wieder verlieren. Aber man kommt ein bisschen in der Welt herum, auch wenn Schweiz sicher nicht annähernd so kulturell schockierend ist, wie Südafrika. Obwohl es auch hier ein bisschen irritierend ist, da man die Schweiz quasi für ein eingemeindetes Bundesland hält, sich aber vieles anders verhält als in Dütschland.
Sprachlich habe ich auf jeden Fall einige Probleme, den Schweizer zu verstehen. Zwar können alle Hochdeutsch sprechen und sie schreiben auch wie wir, aber das Schwizerdütsch ist wirklich schwer zu verstehen. Außerdem gibt es teils andere Vokabeln hier. Fahrrad heißt Velo, Motorad heißt Töff und man sagt den lieben langen Tag Grüzi, was bei meiner Betonung immer noch nach Grütze klingt. Ebenso ist Merci für danke in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, was mir aber noch garnicht über die Lippen kommen möchte.
Aber bislang habe ich von den Einheimischen ein ganz positives Bild. Alle sind hier wirklich freundlich und hilfsbereit. Sogar die Ämter öffnen einem nochmal die Türen, wenn man 5 Minuten nach der Öffungszeit etwas braucht und sind freundlich dabei.
Im Krankenhaus ist es auch ganz ok. Abgesehen von den Arbeitszeiten. Ich starte um 7.10 Uhr und komme regelmäßig zwischen 18 und 19 uhr erst aus dem Krankenhaus raus. Da werden die 500 Euro, die man hier bekommt eher zu einer Aufwandsentschädigung degradiert. Von Gehalt kann man da echt nicht sprechen. Und das bei diesen wirklich horrenden Schweizer Preisen...
Aber auch im Krankenhaus sind die meisten Ärzte ganz ok. Alles wird bis auf den Chef gedutzt. Einmal die Woche haben wir hier Fortbildung. Wir sind im Augenblick 4 Pjler (=Unterassistenten=UHUs, was wiederum für Unterhund stehen soll; da weiß man über die Hirachie bescheid) was nicht so viel ist, daher auch die viele Arbeit hier. Zu viert müssen wir komplett die Zweitassistenz im OP abdecken. Das heißt, dass wir jeden vierten Tag unter der Woche, sowie jedes vierte Wochenende uns nicht weiter als 20 Minuten vom Krankenhaus (=Spital) entfernen dürfen, um im OP-Fall rechtzeitig am Start sein zu können. Und das schränkt schon ziemlich ein. Aber wie gesagt, die Kollegen sind ganz nett.
In der Schweiz scheint auch mehr und mehr ein Ärztemangel zu herrschen. Die Assistenten sind hier viel am Rotieren, und kommen manchmal erst um 21 Uhr aus der Klinik. Der Grund scheint wohl der, dass man als Arzt in der Schweiz proportional verglichen mit Deutschland wesentlich weniger als andere Berufsgruppen verdient. Ich hab schon nach der ersten Woche von einem sehr netten Oberarzt, der ab August Chef in einem anderen Spital wird, ein Jobangebot bekommen, was mir natürlich sehr schmeichelt, aber aus eben genanntem Gesichtspunkt sich wieder ein bisschen relativiert.
Die Leute, die ich hier im Wohnheim bislang kennengelernt habe, sind ganz ok. Gestern waren wir gemeinsam am Bodensee zum Grillen (=Grillieren). Auch sehr fett. In der einen Richtung ein riesiger See und in die andere schneebedeckte Alpen. Lebensqualität ist hier auf jeden Fall gegeben, nur hatte ich bislang noch nicht wirklich Zeit diese auch auszukosten. Nächstes Wochenende fliege ich erstmal nach Spanien um Adela ein bisschen vom Examenslernen abzulenken. Auch sehr praktisch, von Memmingen aus geht es direkt nach Spanien, für Ryanair-Preise. Da ist der Flughafen noch näher dran als Gießen an Frankfurt-Hahn liegt. Vielleicht sollte ich mal mit dem Meilen sammeln beginnen.
Insgesamt gehts mir hier so ganz gut, aber es ist schon ein gutes Stück langweiliger als Südafrika.
Sonntag, 20. Juni 2010
Work, Work
Nur ganz kurz: Ich bin in der Schweiz angekommen, und es regnet die ganze Zeit. Macht aber nix, weil ich die ganze Zeit arbeiten muss...
Also mal eine ganz andere Nummer als Südafrika, und natürlich nicht nur in der Arbeitsintensität. Aber es macht insgesamt einen ganz pasablen Eindruck. Ich hab noch nix von St. Gallen gesehen, weil ich, nachdem ich vergangenen Sonntag hier angekommen bin, nur gearbeitet habe. Incl. dieses Wochenendes, bei dem ich durchgehend 24h Rufdienst hatte, und mich nicht weiter als 20 min vom Spital (= Krankenhaus) entfernen durfte.
Es wird hier definitiv nur halb so spannend wie in Afrika, aber viele meiner Kommilitonen sind irgendwo in der Schweiz grad verstreut. Hat da eigentlich irgendwer einen gescheiten Überblick, wer sich wo befindet? Für den Fall, dass das hier ein Wissender ließt, bitte mal Laut geben, bzw. falls er sich selbst grad in der Schweiz befindet, mal ansagen, wo genau, dass man sich auf ein Pils treffen kann.
Ich hoffe, dass es von hier bald mehr und erfreulicheres als Arbeit und Regen zu vermelden gibt...
Also mal eine ganz andere Nummer als Südafrika, und natürlich nicht nur in der Arbeitsintensität. Aber es macht insgesamt einen ganz pasablen Eindruck. Ich hab noch nix von St. Gallen gesehen, weil ich, nachdem ich vergangenen Sonntag hier angekommen bin, nur gearbeitet habe. Incl. dieses Wochenendes, bei dem ich durchgehend 24h Rufdienst hatte, und mich nicht weiter als 20 min vom Spital (= Krankenhaus) entfernen durfte.
Es wird hier definitiv nur halb so spannend wie in Afrika, aber viele meiner Kommilitonen sind irgendwo in der Schweiz grad verstreut. Hat da eigentlich irgendwer einen gescheiten Überblick, wer sich wo befindet? Für den Fall, dass das hier ein Wissender ließt, bitte mal Laut geben, bzw. falls er sich selbst grad in der Schweiz befindet, mal ansagen, wo genau, dass man sich auf ein Pils treffen kann.
Ich hoffe, dass es von hier bald mehr und erfreulicheres als Arbeit und Regen zu vermelden gibt...
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