Mittwoch, 14. April 2010

Autodoktoren

Auto im Arsch. Allerdings schon vorvergangenes Wochenende. Ich bin hier viel unterwegs und komme daher nicht zum bloggen. Wir hatten schon seit einiger Zeit bemerkt, dass irgendwas mit der Kupplung nicht richtig war – man musste sie, va. bergauf, selbstständig per Fußrücken hochziehen, damit die Karre wieder ein bisschen zog. Am schlimmsten war es, als ich mit Adela in den Drakensbergen unterwegs war, und wir kaum noch die Berge, mitten im nirgendwo, hochgekommen sind. Da hat es uns aber noch sicher nach Hause gefahren. Vorletzten Sonntag dann wollten wir einen Ausflug machen: Krokodile im Crocpark sehen und anschließend dort Krokodile essen. Wir sind mit Annes Auto, einer Deutschen, die wir hier kennengelernt haben hin, und haben unser Auto an zwei andere deutsche Medizinstudentinnen hier ausgeliehen, die damit zum Stadtstrand wollten. Die Armen waren kaum hier angekommen, und sind dann mit unserer alten Lady direkt mal liegen geblieben. In der Zwischenzeit waren wir schon 50km aus Durban entfernt, dick am Krokodil essen. Der Park hatte leider schon zu und wir konnten nur ein paar Exemplare von außen fotografieren. Das Essen war ganz gut, aber weniger spektakulär als gedacht. Reptilienfleisch schmeckt irgendwie nach Huhn-Schwein-Kreuzung. Wir sind dann ziemlich bald nach der Autonachricht zurück nach Durban gefahren, haben uns von uns unbekannten, aber wieder ultranetten Menschen abschleppen lassen. Unser Autoberater- und Gottseidank auch -mechaniker Winston stellte die Diagnose: Kupplung im Arsch. Was auch immer das für eine Konsequenz hatte, es war uns bis dahin unklar. Winston war allerdings ganz guter Dinge, und meinte, er könne uns erklären, was wir zu tun hätten, um die Kupplung zu wechseln. Für 70 Euro gabs das neue Material und so wurde dann am Montag nicht Patienten- sondern Autoreparieren gestartet. In 5 Stunden Arbeit haben wir fast den kompletten Motorraum auseinander genommen, das weggerauchte Kupplungsblatt unter Winstons fachmännischer Beratung und auch tatkräftiger Mitarbeit ausgewechselt (möglichst nicht allzu tatkräftig, da er sich an einem Bandscheibenvorfall ohne Krankenversicherung erfreut, und sich schon bei der letzten Autoteileauswechselgeschichte einen ordentlichen Schuss eingefangen hat, mit Taubheit und Motorikausfall im Bein; Neurologe Micha hat sofort die Höhe, des Vorfalls diagnostiziert, konnte aber wie ich auch nix für den alten Herrn tun, außer ihn ins Bett tragen und hoffen, dass das bald wieder weggeht). Allerdings eben immer mit der Angst, dass Winston wieder einen kleinen Vorfall hat, und wir ohne ihn nicht weitermachen können…
Das Ding haben wir aber dann super wieder in Schuss bekommen. Unter total beschissenen Bedingungen haben wir die Kiste aufgebockt, auf einer schrägen Einfahrt, abgestützt mit Reifen und Backsteinen und mit nichts mehr als dem, was die normalo-Heimwerkerwerkstatt so hergibt, wurde mit uns Automotorsport-Nixblickern die alte Dame bestens repariert.
Nachhaltig bestens repariert, denn der Opel musste am vergangenen Wochenende einiges reißen. Wir waren im Königreich Lesotho unterwegs, was uns auf über 3500m führte, bei teilweise unmöglicher Straßenlage und Wegen, die zumindest uphill nur mit einem 4-Rad-Antrieb machbar sind, und downhill auch eine unheimliche Herausforderung für Fahrzeug und Fahrzeugführer darstellten. Beide haben beides bestens gemeistert! Näheres gibt es aber dazu im nächsten Beitrag, und da darf ich stolz wie auch flitzebogen-gespannt, gespickt mit großen Erwartungen kund tun, dass Big M – Micha – da Greek – Seiradakis hoffentlich bald und in griechischer Manier einige Verse zu Papier bringt, die Homers Ilias vor blankem Neid erblassen lassen.

Hier ein paar Bilder von wilden und nicht mehr wilden Krokodilen sowie fingerfertigen Automechanikern.

1 Kommentar:

  1. Bist du sicher, dass ihr die old Lady fachmännisch wieder zusammengebaut habt??
    Wenn ich die Fotos betrachte, insbesondere das, wo die Reifen fehlen, wird mir schlecht..
    nicht, dass ihr von einem Reifen überholt werdet..
    Frohe Kunde von Timo und Friederike: Paul ist da!
    Schick uns mal wieder eine e-mail.
    Kann ich dich über skype erreichen?
    Liebe Grüße von deinen Eltern

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